Samstag, 15. April 2017

Interview: Spielkultur mit Thomas Tuchel und Hans Ulrich Gumbrecht

Sehenswertes längeres Interview mit Thomas Tuchel und Hans Ulrich Gumbrecht über Spielkultur, Spielphilosophie und die Ästhetik im Sport.







Gefunden über die Facebook-Seite von Spielverlagerung.de

Freitag, 29. Juli 2016

Gastbeitrag: DER ZUSÄTZLICHE FELDSPIELER IM HANDBALLSPORT - EINE ANALYSE von Dr. Julian Bauer


Dr. Julian Bauer
Deutscher Handball Bund
Deutschland

2016

Inhalt
1        Einleitung. 1
2        Stand der Forschung. 4
3        Methode. 10
4        Ergebnisse. 10
5        Diskussion. 14
6        Methodenkritik. 16
7        Forschungsdesiderata/ Ausblick. 18
Literaturverzeichnis. 20
Anhang. 23





Abkürzungsverzeichnis
AL        Außen-Links
AR       Außen-Rechts
HR       Hinten-Rechts
HL       Hinten-Links
HM      Hinten-Mitte
KM      Kreis-Mitte
LA        Links-Außen
RA       Rechts-Außen
RL        Rückraum-Links
RR       Rückraum-Rechts
RM      Rückraum-Mitte
DHB    Deutscher Handball Bund
FW      Freiwurf
NHL     National Hockey League
bzw.    beziehungsweise
Abb.    Abbildung


Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Zeitpunkt des Ersetzens des Torhüters durch einen Feldspieler in Abhängigkeit vom Rückstand in der NHL (Davis & Lopez, 2015) 2
Abb. 2: Spielszene 1: Beginn der Sequenz, Aufstellung 7:6, Rückraum-Rechts mit Ballbesitz (Klett, 2014) 7
Abb. 3: Spielszene 2: Rückraum-Links im Angriff (Klett, 2014) 8
Abb. 4: Spielszene 3: Rückraum-Links passt zu Rückraum-Mitte (Klett, 2014) 8
Abb. 5: Spielszene 4: Rückraum-Mitte passt zu Rückraum-Rechts (Klett, 2014) 9
Abb. 6: Spielszene 5: Torwurf von Rückraum-Rechts; Rückraum-Mitte im Rückzug (Klett, 2014) 9
Abb. 7: Steigerung der Zahl der Angriffe und Tore im 7:6-Verhältnis (Klett, 2014) 11
Abb. 8: Effektivität (Verhältnis Angriffe – Tore) im 6:6- und 7:6-Verhältnis (Klett, 2014) 12
Abb. 9: Effektivität (Verhältnis Angriffe – Tore) im 6:6- und 7:6-Verhältnis als Polygonzug (Klett, 2014) 12
Abb. 10: Effektivität im 6:6- und 7:6-Verhältnis; Spiele der Hinrunde 2013/14 (Klett, 2014) 13
Abb. 11: Methoden des Taktiktrainings (Brack, 2008) 17
Abb. 12: Interventionsmodell zur informationellen Kopplung von Training und Wettkampf (Dreckmann & Görsdorf, 2009) 19



Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Übersicht zur Position des Abschlusses beim HBW Balingen-Weilstetten in der Saison 2012/2013 (Trautmann, 2014) 6
Tabelle 2: Empty-Net Tore in der Hinrunde 2013/14 (Klett, 2014) 14


Abstrakt
Einleitung: Die Einwechslung eines zusätzlichen Feldspielers für den Torwart im Handball kann in den letzten Jahren häufig beobachtet werden. Stand der Forschung: Die Frage, ob der Einsatz eines zusätzlichen Feldspielers die Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs erhöht ist statistisch nicht ausreichend geklärt. Bisherige Fallzahlen sind häufig zu gering, um eindeutige Aussagen machen zu können. Methode: Die Arbeit betrachtet als Meta-Analyse die bisherige Literatur zum Thema sowohl statistisch als auch deskriptiv und die bisherige Methodik wird hinterfragt. Ergebnisse: Alle auf eine Saison begrenzten Untersuchungen zeigen, dass im Vergleich zum 6:6 Positionsangriff kein signifikanter Unterschied zu verzeichnen war. Lediglich in der Längsschnittstudie von Klett inklusive der darin enthaltenen Hinrunde 2013/2014 konnte signifikante Verbesserungen bzgl. des Torerfolgs nachgewiesen werden. Diskussion: Die Einbeziehung eines Zeitraumes von 5 ½ Saisons erhöht die Fallzahl, sodass erstmals signifikante Verbesserungen dokumentiert werden können. Forschungsdesiderata: In weitergehenden Studien sollten neben quantitativen Gesichtspunkten in Zukunft auch verstärkt qualitative Gesichtspunkte (Spielstand, Gegnerstärke, Spieldauer..) sowie positive Sekundäreffekte wie Zeitstrafen, Umstellungen der Abwehrformation und Konsequenzen durch das neue Regelwerk Berücksichtigung finden.  


Schlüsselwörter: Handball, Feldspieler, Torwart, Angriffstaktik, Spielbeobachtung


1    Einleitung

Die Einbindung eines für den Torwart bei eigenem Ballbesitz eingewechselten zusätzlichen Feldspielers für das Angriffsspiel im Handball kann sowohl auf mittlerem und höherem nationalen, sowie internationalem Level in den letzten Jahren häufig beobachtet werden.
Im Eishockey oder Hockey wird diese Strategie schon seit langem bei knappen Rückständen in den Schlussminuten angewendet.
Diese Praxis weicht von der üblichen Situation in Torschussspielen im Allgemeinen ab, welche wie folgt zu charakterisieren ist: Bei eigenem Ballbesitz greifen alle Feldspieler das gegnerische Tor an, wohingegen der eigene Torwart trotz Ball- oder Puckbesitz der eigenen Mannschaft das Tor absichert, sodass immer in Feldspieler-Gleichzahl oder - wenn der gegnerische Torwart mitgerechnet wird - in Unterzahl angegriffen wird.
Die erste Erwähnung des Durchbrechens dieser Regel wird im Allgemeinen dem NHL-Trainer Art Ross zugeschrieben, der 1931 in den NHL Play-Offs bei 0:1 Rückstand in der Schlussphase den eigenen Torwart zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers auswechselte (Zweig, 2015).
Seither folgt diese taktische Maßnahme der Evolution des Sportes auch in anderen Sportarten. Eine Innovation wird implementiert, die Innovation hat Erfolg und wird dann kopiert (Beaudoin & Swartz, 2010).
Besonders im Eishockey hat diese Maßnahme in der Vergangenheit vor allem bei Statistikern zu einem wissenschaftlichen Diskurs geführt (Beaudoin & Swartz, 2010; Erkut, 1987; Morrison, 1976; Morrison & Wheat, 1986; Nydick & Weiss, 1989; Washburn, 1991; Zaman, 2001).
Auch in Bezug auf den Handballsport sind hier in den letzten Jahren einige wissenschaftliche Betrachtungen hervorgebracht worden (Bauer, 2010; Burkowski, 2013; Garcia, 2010; Mayer, 2012; Schramm, 2012; Trautmann, 2014), die allerdings in der statistischen Herangehensweise weniger umfangreich als die Arbeiten aus dem Eishockey sind.
Im Handball-Sport nutzen diverse Mannschaften dieses taktische Mittel in verschiedensten Spielsituationen (unter anderem in Unterzahl, kurz vor Halbzeit..) und beschränken sich dabei nicht mehr auf den vermeintlich letzten Angriff des Spieles.
Anders als im Eishockey, in dem tendenziell versucht wird, ein Power-Play durch erhöhte Angreiferzahlen, auch bei bereits durch Strafzeiten gegen den Gegner bestehender Überzahl zu erzielen und zu verstärken, scheint im Handball eher das Ausgleichen einer einfachen Feldspieler-Überzahl des Gegners bzw. das Erreichen einer Feldspieler-Überzahl bei eigenem Rückstand im Vordergrund zu stehen.
Beispielhaft sei hierfür die Taktik des früheren Eishockey-Bundestrainers Uwe Krupp genannt, der im Länderspiel gegen die USA bei 5:3 Feldspieler-Überzahl und 0:3 Rückstand in der 32. Spielminute den Torhüter zugunsten eines 6. Feldspielers auswechselte, um die Feldspieler-Überzahl noch weiter zu erhöhen.
Zusätzlich besteht im Eishockey ein Trend, den Torhüter bei Rückstand immer früher durch einen zusätzlichen Feldspieler zu ersetzen. Dies kann durch folgende Grafik aus der NHL dokumentiert werden. Dargestellt ist, dass der Torhüter früher ersetzt wird, je größer der Rückstand ist (linke Kurve versus rechte Kurve) und dass diese Ersetzung in den letzten Jahren insgesamt früher erfolgte. 
  
 Abb. 1: Zeitpunkt des Ersetzens des Torhüters durch einen Feldspieler in Abhängigkeit vom Rückstand in der NHL (Davis & Lopez, 2015)

Die 7:6 Angriffstaktik im Handballsport basiert auf der Möglichkeit der Interchanging Regel, die es erlaubt, alle Spieler, also auch den Torhüter, jederzeit beliebig ein- und auszuwechseln, um eine Feldspieler-Überzahl bzw. bei eigener Unterzahl eine Feldspieler-Gleichzahl herzustellen (Bauer, 2010). Da im Jugendhandball in Deutschland nur bei eigenem Ballbesitz oder Time-Out ein Wechsel stattfinden kann, ist diese Option daher nicht möglich bzw. massiv erschwert, denn der als Torwart markierte Feldspieler muss vor Abschluss des Angriffs wieder zurückwechseln, beziehungsweise selbst ins Tor laufen, was diesbezüglich das Interchanging erheblich einschränkt. In einigen Landesverbänden ist dem Torwart sogar das Überschreiten der Mittellinie von E- bis C-Jugend Alter nicht gestattet. 
Denkansätze im Fußball, den Torhüter als zusätzlichen Feldspieler ins Spiel einzubinden (De Hoog, 2016) scheinen in erster Linie an den regeltechnischen Gegebenheiten zu scheitern. Gründe, die dagegen sprechen, sind die Tatsachen, 1. dass Fußball kein Interchanging zulässt, also derselbe Spieler in Angriff und Abwehr spielen muss, 2. dass Fußball ein Low-Scoring Sport ist, bei dem beispielsweise ein Gegentor bei leerem Tor eine viel höhere Bedeutung hat als im Handball und 3. dass die relative Überzahl im 11 gegen 10 deutlich geringeren Einfluss hat als im Handball oder Eishockey.
Dagegen können die Sportarten Hallenfußball (Poker, 2016) und Beach-Handball als Gegenbeispiele erwähnt werden, da hier das Interchanging durch unterschiedliche Wechselbereiche teilweise noch erleichtert wird und weniger Spieler auf dem Platz sind, dafür aber mehr Tore erzielt werden. 
In der Vergangenheit wurde der Einsatz des 7. Feldspielers im Handball vor allem dann praktiziert, wenn die angreifende Mannschaft kurz vor Schluss mit einem Tor zurückliegt oder noch ein Tor erzielen muss (Bauer 2010; Späte, 2008). Der Vorteil dieser Spielsituation ist, dass die gegnerische Mannschaft nach erfolgtem Ballgewinn entweder kein Interesse mehr am eigenen Torabschluss hat oder die Spielzeit diesen nicht mehr erlaubt. Das bestätigt auch Wandschneider im Einschub des Artikels von Späte: „Ab einem gewissen Zeitfenster muss der Angriff so geplant sein, dass eine Rückzugsphase nicht mehr stattfindet“ (Späte, 2008, S. 37). Diese Idee wird durch die statistische Herangehensweise aus dem Eishockey noch zusätzlich bekräftigt. Bei Herausnahme des Torhüters ist die Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs für beide Mannschaften erhöht: für die angreifende Manschaft aufgrund der Tatsache, dass sie in Feldspieler-Überzahl angreift, und für die abwehrende Mannschaft, weil bei schnellem Puckgewinn das gegnerische Tor noch leer ist. Dieser Vorteil ist aber für die Mannschaft bedeutsamer, die zur Ergebnisveränderung hinsichtlich Niederlage, Unentschieden oder Sieg ein Tor benötigt (Washburn, 1991).

Die Frage, ob der Einsatz des 7. Feldspielers im Hallenhandball wirklich die Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs für die in Feldspieler-Überzahl spielende Mannschaft erhöht, ist jedoch kontrovers diskutiert worden. Bisherige Untersuchungen weisen häufig den Nachteil kleiner Stichproben von Ergebnissen auf, sodass vielfach lediglich deskriptive Ergebnisse ausgewertet werden konnten.

Aus dieser Problematik ergeben sich die Fragestellungen für die vorliegende Arbeit: Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz eines 7. Feldspielers und dem Torerfolg der in Feldspieler-Überzahl spielenden Mannschaft? Erhöht sich dieser Torerfolg stärker als für die abwehrende Mannschaft? Lassen sich solche Zusammenhänge auch in einer größeren Stichprobe statistisch nachweisen?

Antworten auf diese Fragestellungen können einen wichtigen Beitrag zum taktischen Einsatz eines 7. Feldspielers liefern.

Zur Beantwortung dieser Frage wird einerseits eine Analyse vorhandener Literatur durchgeführt, andererseits wird auf umfangreiches Datenmaterial des Handballvereins HBW Balingen-Weilstetten zurückgegriffen.

Im weiteren Vorgehen dieser Arbeit wird zunächst der Stand der bisherigen Forschung näher betrachtet werden. Anschließend wird auf die Längsschnittstudie von Klett (2014) eingegangen. Dazu werden zunächst die Methoden und dann die Ergebnisse beschrieben. Im Anschluss werden die Ergebnisse diskutiert, die Methoden kritisch betrachtet und es werden Forschungsdesiderata genannt sowie ein Ausblick gegeben.


2      Stand der Forschung


Die Wichtigkeit des Torwarts für das eigene Angriffsspiel wird von diversen Autoren postuliert (Thiel & Hecker, 1989; Trosse, 2001). Jedoch beschränkt sich ein Großteil der Literatur auf die Einleitung des Gegenstoßes.

Garcia (2010) beschäftigt sich in seinem spanischen Artikel über den Einsatz des zusätzlichen Feldspielers in Unterzahl mit der Frage, ob die observierten positiven Aspekte einen so häufigen Einsatz, wie bei internationalen Großturnieren beobachtet, rechtfertigen. Hierbei kommt er zu dem Resultat, dass nach Analyse verschiedener Spiele, in denen die Strategie angewendet wurde, aus seiner Sicht kaum positive Aspekte zu verzeichen waren. Vielmehr thematisiert er andere taktische Möglichkeiten des Unterzahlspieles, unter anderem das Positionieren des Kreisläufers am Aussenverteidiger, sodass dort in einer 2:2 Situation ohne Helfermöglichkeiten der Abwehr gespielt werden kann.

Die Zeitschrift Handballtraining thematisiert den 7. Feldspieler beziehungsweise das Spiel mit einem angreifenden Torwart bisher in drei Artikeln. „Der Torwart als siebter Feldspieler – ein Schachzug der Vergangenheit?“ beschäftigt sich hauptsächlich mit der Gefahrensituation des herauslaufenden Torhüters im Hinblick auf Verletzungen (Bierschwale & von Gehren, 2002). „Die Torfrau als Torjägerin“ greift die Idee einer sowohl im Tor als auch im Feld spielenden Torhüterin im Jugendbereich auf (Hornkohl, 2006). Der Artikel „Vabanquespiel oder taktisch kontrolliertes Risikospiel?“ von Späte (2008) thematisiert einige taktische Sondersituationen, zum Beispiel kurz vor Spielende und in Unterzahl. Keine der Arbeiten beinhaltet allerdings einen statistischen Teil.

In der bisher einzigen EHF Master-These zum zusätzlichen Feldspieler legt Bachmann (2014) seine Überlegungen zum Einsatz eines 7. beziehungsweise 6. Feldspielers in Unterzahl dar. Hierbei erläutert er einige von ihm in 7:6 Feldspieler-Überzahl gewählte Auftakthandlungen inklusive taktischer Verhaltensvorgaben für die Spieler. So soll unter anderem der Abschluss auf der bankfernen Seite gesucht werden. Ebenfalls soll der als zusätzlicher Feldspieler markierte Spieler möglichst nicht selbst den Abschluss suchen. Darüberhinaus beschreibt er das Grundprinzip, dass alle von seiner Mannschaft im 6:6 gespielten Auftakthandlungen auch im 7:6 gespielt werden. Eine statistische Auswertung ist dabei ebenfalls nicht Teil der Arbeit.

Als erste Arbeit mit statistischer Herangehensweise hinterfragt Bauer (2010) anhand von Spielauswertungen der damaligen Handball-Erstligisten TUSEM Essen, GWD Minden und HBW Balingen-Weilstetten, ob der Einsatz des 7. Feldspielers die Erfolgswahrscheinlichkeit des Angriffs auf höchstem nationalen Niveau erhöht. Da zum damaligen Zeitpunkt diese Taktik allerdings noch sehr selten angewendet wurde, erreicht die Stichprobenzahl einen so geringen Wert (n=40), dass weder ein signifikantes Ergebnis festgestellt werden kann, noch Übertragungen auf die Allgemeinheit geschlossen werden können. Jedoch werden ergänzend die regeltechnischen Rahmenbedingungen, sowie taktische Gründe für das Einsetzen eines zusätzlichen Feldspielers in Sondersituationen thematisiert.

Schramm (2012) evaluiert in seiner Arbeit „Taktische Innovationen im Handball“ das Über- und Unterzahlverhalten des HBW Balingen-Weilstetten für die Saisons 2008/2009, 2009/2010 und 2010/2011. Dabei analysierte er insgesamt 92 Spiele und kommt dabei zu dem Resultat, dass „die zunächst sehr vielversprechenden Erkenntnisse aus der deskriptiven Untersuchung, mit einer stetigen Verbesserung der Angriffseffektivität im 7:6 (…)“ sich leider durch den verwendeten Signifikanztest nicht bestätigen (Schramm, 2012, S. 54). Deshalb schlussfolgert er, dass „aus statistischer Sicht die Einwechslung eines zusätzlichen Feldspielers nicht lohnenswert“ (ib.) ist. 

Zu dem gleichen Ergebnis kommt Mayer (2012), die in ihrer Zulassungsarbeit „Moderne Tendenzen der Trainingssteuerung im Handball“ die Effektivität des 7. Feldspielers beim HBW Balingen-Weilstetten in der Saison 2011/2012 untersucht. Bei der Auswertung von 34 Spielen und 126 Angriffen im Spiel 7:6 kommt sie, wie Schramm (2012), zu dem Ergebnis, „dass die Auswechslung des Torhüters nicht lohnenswert ist für den Torerfolg“ (Mayer, 2012, S.65). Jedoch schränkt sie ein, dass „vermutlich (…) die gegebene Fallzahl der 7:6 Angriffe zu gering ist, um ein signifikantes Ergebnis zu bekommen“ (ib.).
  
Burkowski (2013) geht bei seiner Arbeit auch auf psychologische Aspekte für die angreifende und abwehrende Mannschaft ein. Seine Analyse ist die einzige, die die Wirksamkeit bei einer Mannschaft aus dem mittleren Leistungsbereich, der Verbandsliga Mittelrhein (5. Liga), untersucht. Auch er kann keine signifikanten Ergebnisse nachweisen, führt dies aber wie die anderen Autoren auch, auf die sehr geringe Fallzahl (n=53) zurück.

Trautmann (2014) analysiert die Effektivität des 7. Feldspielers beim HBW Balingen-Weilstetten in der Saison 2012/2013. Wie auch die vorherigen Autoren kann er deskriptiv Verbesserungen in der Erfolgswahrscheinlichkeit durch den 7. Feldspieler nachweisen, erreicht dabei aber ebenfalls keine statistisch signifikanten Ergebnisse. Ergänzend sieht er aber einen Trend, „dass sich die Werte, die bei der Signifikanztestung ermittelt wurden, von Jahr zu Jahr erhöhen und somit näher an den kritischen Wert, der für ein signifikantes Ergebnis benötigt wird, heranrücken“ (Trautmann, 2014, S. 36). Darüber hinaus thematisiert Trautmann Knotenpunkte und Abschlusspositionen der angewendeten Auftakthandlungen.

Die Frage ob es sinnvoll ist, „auch in anderen Spielsituationen den eigenen Angriff numerisch durch einen zusätzlichen Feldspieler zu verstärken, zum Beispiel wenn der Trainer das Gefühl hat, dass die eigene Mannschaft Probleme unabhängig vom Spielstand hat, Tore zu erzielen“ (Bauer, 2010, S.67) haben auch andere Autoren (Bachmann, 2014; Burkowski, 2013) zum Denkansatz genommen.

Ebenfalls scheint sich die Einwechslung des zusätzlichen Feldspielers gegen besonders mannorientierte Deckungsformationen wie die 3:3 Deckung oder offene Manndeckung anzubieten. Hierbei ist immer wieder das Wechseln in eine eher raumorientierte defensive Deckungsformation (meistens 6:0 Abwehr) zu beobachten, da in Unterzahl die Mannorientierung nicht mehr beibehalten werden kann (Bauer, 2010). Dies führt zwangsläufig auch dazu, dass die abwehrende Mannschaft häufig ihre gewohnte Deckungsformation nicht weiterspielen kann (Burkowski, 2013).
Diese defensivere Positionierung der Abwehr kann auch dadurch untermauert werden, dass die Position des Abschlusses weiterhin erheblich häufiger im Rückraum stattfindet (Trautmann, 2014). Dies wird auch anhand der folgenden Tabelle deutlich: Rund 43% der Abschlüsse erfolgen von Rückraumpositionen.
Abschlussposition
Anzahl
in %
Tore
Erfolgsquote in %





LA
21
8,02%
10
47,62%





RA
30
11,45%
17
56,67%





RL
42
16,03%
22
52,38%





RR
36
13,74%
25
69,44%





RM
35
13,36%
21
60,00%





KM
14
5,34%
11
78,57%





KL
17
6,49%
12
70,59%





KR
15
5,73%
10
66,67%





7M
28
10,69%
24
85,71%





FW
1
0,38%
0
0,00%





kein Abschluss
23
8,78%







Summe
     262
100,00%








Tabelle 1: Übersicht zur Position des Abschlusses beim HBW Balingen-Weilstetten in der Saison 2012/2013 (Trautmann, 2014)


Ebenfalls stellt sich auf Grundlage dieser Zahlen die Frage, ob es wirklich der freie Abschluss ist, der gehäuft durch das taktische Mittel des 7. Feldspielers erreicht wird, oder ob nicht tatsächlich die Offensivwirkung der Abwehr der in Feldspieler-Unterzahl agierenden Mannschaft reduziert wird.

Beispielhaft hierfür kann eine Bildreihe aus der Arbeit von Klett (2014, S. 19f.) herangezogen werden, die verdeutlicht, dass keiner der Abwehrspieler, der in den dunklen Trikos spielenden Mannschaft, im Bewusstsein der Feldspieler-Unterzahl über 7-8 Meter entfernt vom Tor verteidigt und damit keine große Offensivwirkung gegen die Rückraumspieler der in weiß spielenden Mannschaft ausstrahlt.

Abbildung 2 (Spielszene 1) zeigt dabei zunächst den 7. Feldspieler (Rückraum-Mitte) im grünen Trikot. Der Spieler Rückraum-Links hat den Ball erhalten. Spielszene 2 zeigt, dass ihm ein gegnerischer Abwehrspieler entgegentritt. Daraufhin passt er zum 7. Feldspieler (Rückraum-Mitte, grünes Trikot; Spielszene 3). Dieser entscheidet sich zum Pass auf Rückraum-Rechts (Spielszene 4), welcher zum Torwurf kommt. In Spielszene 5 ist der Rückzug des Rückraum-Mitte-Spielers gut zu sehen, der bereits vor Tor-Abschluss des Rückraum-Rechts-Spielers den Rückzug Richtung Bank einleitet. Die Offensivkraft der in Feldspieler-Unterzahl verteidigenden Mannschaft scheint eingeschränkt.


Abb. 2: Spielszene 1: Beginn der Sequenz – Aufstellung 7:6, Rückraum-Rechts mit Ballbesitz (Klett, 2014)



Abb. 3: Spielszene 2: Rückraum-Links im Angriff (Klett, 2014)



 Abb. 4: Spielszene 3: Rückraum-Links passt zu Rückraum-Mitte (Klett, 2014)



Abb. 5: Spielszene 4: Rückraum-Mitte passt zu Rückraum-Rechts (Klett, 2014)



Abb. 6: Spielszene 5: Torwurf von Rückraum-Rechts; Rückraum-Mitte im Rückzug (Klett, 2014)


Zusammenfassend werden zwei Probleme deutlich: Erstens ist die Frage, ob der Einsatz eines 7. Feldspielers die Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs erhöht, nicht ausreichend geklärt. Zweitens sind in den vorliegenden Untersuchungen – wie bereits angemerkt – die Fallzahlen oftmals zu gering, um eindeutige Aussagen machen zu können.


3      Methode


Die Arbeit ist als Meta-Analyse angelegt, die die bisherige Literatur zum Thema analysiert. Die Begutachtung erfolgt dabei sowohl statistisch als auch deskriptiv. Dabei wird der aktuelle Stand der Forschung analysiert, die bisherigen Methoden werden kritisch hinterfragt, sowie ein Ausblick auf weitergehende Forschungsdesiderata gegeben.

Bei der statistischen Analyse wird größtenteils auf das Datenmaterial der Längsschnittstudie 2008/2009-Hinrunde 2013/2014 des HBW Balingen-Weilstetten (Klett, 2014) zurückgegriffen, weil dieses das bisher umfangreichste Material darstellt (Gesamt-Angriffsfallzahl n=5903, Fallzahl mit 7. Feldspieler n=1020). Die Ergebnisse der Studien wurden entweder durch Videoaufzeichnungen oder Mitschriften von Spielkontrollen festgehalten.

Zusätzlich wurden explorativ Spiele der Junioren-Europameisterschaft, bei der die Regel, dass der zusätzliche Feldspieler nicht markiert werden muss erstmals angewendet wurde, beobachtet.
Alle Untersuchungen ähneln sich in ihrem methodischen Ansatz. Dies betrifft im Besonderen das dichotome Merkmal, Torwart-Auswechslung nein/ ja und Torerfolg nein/ ja. Im Ablauf sämtlicher Untersuchungen galt ein Angriff erst dann als abgeschlossen, wenn ein Wechsel des Ballbesitzes stattfand.   
Von besonderem Interesse ist Kletts Hypothese, die als Längsschnittstudie auch die Ergebnisse vorheriger Studien beinhaltet. Diese Hypothese und im Besonderen ihr Zeitraum sind insofern von Bedeutung, dass sie über die Inklusion von 5 ½ Saisons, die von allen Autoren bemängelte geringe Fallzahl erheblich erhöhen.
Hypothese: Der Torerfolg über 5 ½ Saisons ist abhängig von der Einwechslung des 7. Feldspielers.


4      Ergebnisse


Alle auf eine ganze Saison begrenzten Untersuchungen zeigten, dass durch die Auswechslung des Torhüters zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers im Vergleich zum normalen Positionsangriff kein signifikanter Unterschied zu verzeichnen war (Bauer, 2010; Burkowski, 2013; Mayer, 2012; Schramm 2012; Trautmann, 2014). Auf nicht-signifikanter, deskriptiver Ebene konnten allerdings durchaus positive Veränderungen wahrgenommen werden. Ebenfalls trifft dies auf Sondersituationen, wie das Ausgleichen einer Unterzahl durch einen 6. Feldspieler oder Angriffe kurz vor Halbzeit zu. Auch hier ist aber das Problem der zu kleinen Stichproben präsent, sodass unter statistischer Betrachtung keine signifikanten Ergebnisse zu verzeichnen sind. Allerdings interpretiert Trautmann (2014), dass die von Jahr zu Jahr verbesserten Werte in seiner Untersuchung einer Bundesliga-Mannschaft immer näher an ein signifikantes Ergebnis heranrücken. Dies konnte durch Kletts (2014) erstellte Längsschnittstudie, die die Ergebnisse von 5 ½  Saisons beinhaltete, bestätigt werden. Ebenfalls konnte Klett (ib.) in seiner Studie eine signifikante Verbesserung des Angriffsspieles durch den 7. Feldspieler für die Hinrunde 2013/2014 nachweisen (siehe nachfolgende Abbildungen mit ergänzenden Tabellen).


 Abb. 7: Steigerung der Zahl der Angriffe und Tore im 7:6-Verhältnis (Klett, 2014)

Die Abbildung zeigt deutlich den starken Anstieg sowohl der Zahl der Angriffe im 7:6-Verhältnis als auch die Zahl der Torerfolge.
Von größerer Bedeutung ist aber die Effektivität der Angriffe (also das Verhältnis Angriffe – Torerfolge), die in den beiden folgenden Abbildungen dargestellt ist. Diese Effektivität liegt für 7:6-Situationen in den ersten drei Saisons nicht oder unwesentlich über denen für 6:6-Situationen. In den letzten drei Saisons liegt die Effektivität jedoch deutlich darüber, d.h. Angriffe werden in 7:6-Situationen häufiger als in 6:6 Situationen auch mit Torerfolg abgeschlossen.
Diese Tendenz ist auch für die einzelnen Spiele des HBW Balingen-Weilstetten der Hinrunde 2013/14 erkennbar; Hier wird allerdings auch die hohe Volatilität deutlich.
Abb. 8: Effektivität (Verhältnis Angriffe – Tore) im 6:6- und 7:6-Verhältnis (Klett, 2014)

Abb. 9: Effektivität (Verhältnis Angriffe – Tore) im 6:6- und 7:6-Verhältnis als Polygonzug (Klett, 2014)


Abb. 10: Effektivität im 6:6- und 7:6-Verhältnis; Spiele der Hinrunde 2013/14 (Klett, 2014)


Im Anhang sind zudem die Ergebnisse dreier deskriptiver sowie inferenzstatistischer Analysen dargestellt. Die Tabellen A1 bis A3 zeigen die statistische Analyse (Chi-Quadrat) für die Daten der Hinrunde 2013/14. Untersucht wurde die Verteilung von 572 Fällen (Torerfolg: nein/ ja unter Torwartauswechslung: nein/ ja). Es wird erkennbar, dass bei Torwartauswechslung (also Einsatz eines 7. Feldspielers) die Zahl der Torerfolge (der Mannschaft mit dem 7. Feldspieler) im Verhältnis höher liegt, als ohne Torwartauswechslung (also im 6:6-Verhältnis). Der Unterschied ist hoch signifikant (Chi2 = 15,01, df = 1, p < 0,001; siehe Tabelle A4).

Die Tabellen A9 bis A12 zeigen die analoge Analyse für alle Längsschnittdaten (siehe oben die Abbildungen 7 bis 9). Hier beträgt die Fallzahl 5903 (Torerfolg: nein/ ja unter Torwartauswechslung: nein/ ja). Auch hier zeigt sich, dass die Zahl der Torerfolge durch Einsatz eines 7. Feldspielers signifikant höher ist (Chi2 = 10,75, df = 1, p = 0,001; siehe Tabelle A12).

Tabellen A5 bis A8 untersuchen zusätzlich (ebenfalls bezogen auf die Hinrunde 2013/14; n=234), ob es in einer 7:6-Situation eher zu einem Torerfolg der gegnerischen Mannschaft kommt, wenn diese kontert. Diese Untersuchung bezieht sich also auf die erwähnte Möglichkeit, dass durch den 7. Feldspieler nicht nur eigene Torerfolge wahrscheinlicher werden, sondern auch Torerfolge der gegnerischen Mannschaft. Der entsprechende Chi-Quadrat-Test ist jedoch nicht signifikant (Chi2 = 1,16, df = 1, p = 0,282; siehe Tabelle A8). Es kommt also bei (aufgrund des 7.Feldspielers) leerstehendem Tor nicht signifikant häufiger zu Torerfolgen der gegnerischen Mannschaft durch einen Konter.


      5        Diskussion


Die Ergebnisse der Längsschnittstudie (Klett, 2014) zeigen im Gegensatz zu den bisherigen Studien erstens, dass bei Einsatz eines 7. Feldspielers Torerfolge für die angreifende Mannschaft signifikant häufiger werden. Dies kann sowohl im Detail für die Hinrunde 2013/2014 als auch für einen Zeitraum über 5 ½ Saisons gezeigt werden. Die Ergebnisse zeigen zweitens, dass die in Feldspieler-Unterzahl agierende Mannnschaft vom im Konter leerstehenden Tor nicht durch signifikant vermehrte Torerfolge profitieren kann.

Die Möglichkeit der Einwechslung eines zusätzlichen Feldspielers bietet dem Trainer neben Umstellungen der Abwehrformation für die eigene Defensive eine bedeutsame Einflussmöglichkeit auch auf das Angriffsspiel (Burkowski, 2013).

Gerade bei der Einwechslung des zusätzlichen Feldspielers ist jedoch häufig zu beobachten, dass diesem Wechsel der konsequente Versuch der 2. und 3. Angriffswelle zum Opfer fällt. Hier stellt sich basierend auf den bisherigen Erhebungen die Frage, ob es eher sinnvoll wäre, den Versuch zu unternehmen, das erweiterte Tempospiel zum Abschluss zu bringen und erst dann, wenn dies nicht gelingen sollte, den zusätzlichen Feldspieler bei weiter bestehendem Ballbesitz als nächste Handlungsoption einzuwechseln. Zu gleichem Ergebnis kommt auch Burkowski (2013).
Überwiegend wird der Auftakt im 7:6 auf der Seite gespielt, auf der der zusätzliche Feldspieler agiert, um den Rückwechsel nach Weiterspielen zur anderen Spielfeldseite einzuleiten (ib.). Auch kann häufig beobachtet werden, dass die in Feldspieler-Unterzahl agierende Mannschaft weniger Tempospiel-Tore erzielt. Dies kann zum einen der Tatsache geschuldet sein, dass sie meistens während der gegnerischen Anwendung dieser Maßnahme in Führung liegt, möglicherweise aber auch damit zusammenhängen, dass sich die Rückzugsdisziplin der anwendenden Mannschaft aufgrund des zeitweise leeren Tores verbessert. Diese verbesserte Spieldisziplin und das Vermeiden risikoreicher Wurf- und Pass-Situationen könnte möglicherweise auch eine Rolle bei der Anwendung des zusätzlichen Feldspielers kurz vor Ende der Halbzeit spielen, bei dem die angreifende Mannschaft sinnvollerweise meistens erst kurz vor Halbzeitende den Torabschluss sucht.

Bemerkenswert ist, dass bei allen statistischen Erhebungen die Erfolgsquote der gegnerischen Würfe auf das leere Tor nie signifikant höher war als deren Tempospielquote, wenn sich ein Torwart im Tor befand. Ein entsprechendes Ergebnis findet sich auch in der Untersuchung von Klett (2014) (siehe im Anhang Tabellen A5 bis A8): Der Torerfolg für die in Feldspieler-Unterzahl agierende Mannschaft ist nicht signifikant höher, wenn das Tor im Konter leersteht. Allerdings wurde in 77,6% der Fälle (zum Vergleich Spiel mit Torwart: 69,7%) ein Tor erzielt (siehe im Anhang Tabellen A6 und A7 sowie die nachfolgende Tabelle). Jedoch sollte auch hier die geringe Fallzahl berücksichtigt werden.

Versuche Tor Tor (Feldspieler im Tor) Kein Tor
49 30 8 11

Tabelle 2: Empty-Net Tore in der Hinrunde 2013/14 (Klett, 2014)


Späte (2008) führt die nicht erhöhte Torquote in Empty-Net Situationen in tieferen Spielklassen und im Jugendbereich auf unzureichende Wurfpräzision zurück, jedoch kann dieses Phänomen auch im Leistungshandball beobachtet werden. Daher hält es Späte (ib.) für sinnvoller, nicht aus großer Distanz auf das leere Tor zu werfen, sondern den Feldspieler zum Zurücklaufen ins Tor zu zwingen. Allerdings muss auch hier, wie bereits erwähnt, einschränkend angeführt werden, dass die Fallzahlen bei Würfen auf das leere Tor noch deutlich geringer sind, als die insgesamt gespielten Angriffe mit zusätzlichem Feldspieler.

Wie ebenfalls von mehreren Autoren angeführt, spielt die psychische Komponente beim Angriff ohne Torhüter eine wichtige Rolle (Bauer, 2010). Dies kann immer wieder dadurch bekräftigt werden, dass Gegentore ins leere Tor besondere Reaktionen bei der gegnerischen Mannschaft, wie auch bei den Zuschauern auslösen (Burkowski 2013; Klett 2014). Dies ist zwar nicht durch die tatsächliche Wertigkeit eines solchen Tores zu rechtfertigen, führt aber in der Wahrnehmung vieler Spieler zu dem Ergebnis, die Taktik würde nicht funktionieren.

Bezüglich des zusätzlichen Feldspielers scheint daher im Wirkungsmodell, der am Spiel beteiligten Gruppen; Trainer, Spieler und Zuschauer (Hohmann & Wichmann, 2001) der intuitiven Echtzeit-Bewertung der taktischen Maßnahme durch Spieler und Zuschauer eine höhere Bedeutung beigemessen zu werden, als dies bei anderen taktischen Maßnahmen der Fall ist. Dies hängt sicher häufig auch mit dem direkt wahrnehmbaren Misserfolgsresultat eines Empty-Net Gegentores zusammen, wohingegen die Bewertung anderer taktischer Maßnahmen hinsichtlich Erfolg und Misserfolg deutlich komplexer und nicht sofort wahrnehmbar erscheint. Hier scheint ebenfalls die teilnehmende Beobachtung oder subjektive Eindrucksanalye während des Spieles im Vergleich zur wissenschaftlichen und systematischen Beobachtung nach dem Spiel (Dreckmann & Görsdorf, 2009, Lames, 1994) die Bewertung des zusätzlichen Feldspielers tendenziell negativer ausfallen zu lassen. 

Das Argument, dass sich Gegner im Laufe der Zeit immer mehr auf diese Taktik einstellen könnten, kann auf Grundlage der vorhandenen Ergebnisse jedoch entkräftet werden. Die Ergebnisse zeigen über 5 ½ Saisons hinweg signifikant auf, dass Torerfolge der Mannschaft die den 7. Feldspieler einsetzt wahrscheinlicher werden. Da sich die Effektivität über 5 ½ Saisons sogar noch verstärkt, scheint das Bekanntsein dieser Angriffstaktik somit nicht zu einer höheren Abwehreffektivität zu führen. Hier scheint die häufige Anwendung der angreifenden Mannschaft in verschiedenen Spielen im Vergleich zur eher selten auftretenden Situation für die abwehrende Mannschaft einen Vorteil für den Angriff darzustellen.

Allerdings sind in letzter Zeit besonders gegen den 6. und damit einen die Unterzahl ausgleichenden Feldspieler, Gegenmaßnahmen zu beobachten gewesen. Dies betrifft beispielsweise die Manndeckung gegen einen der nicht markierten Rückraum-Spieler, um den Handlungsdruck und gegebenenfalls Abschlussdruck gegen den markierten Feldspieler zu erhöhen. Aus dem Bundesliga-Bereich und internationalen Großturnieren stehen dabei leider keine statistisch verwertbaren Daten zur Verfügung, um die Effektivität des 6. Feldspielers in Unterzahl auszuwerten.
  
Ein bisher kaum thematisierter Gesichtspunkt ist die veränderte konditionelle Belastung des Torhüters. Beschränkte sich das Angriffsspiel für den Torhüter in der Vergangenheit primär auf die Einleitung der 1., 2. und 3. Welle, sodass er danach häufig im Bereich seines Torraums ruhen konnte, bis der Angriff abgeschlossen war, muss er bei Wechsel mit einem zusätzlichen Feldspieler unmittelbar vor seiner Abwehraufgabe häufig sprintend, aber fast immer schnell Richtung eigenes Tor laufen. Hier stellt sich die Frage, ob dadurch seine Abwehrquote beeinflusst werden könnte und wenn ja, dies sogar trainingspraktische Konsequenzen haben sollte. Bezüglich Wechselfehlern scheint die Anzahl beim Feldspieler/Torwart-Wechsel und zurück kaum höher zu sein, als beim normalen Feldspieler-Wechsel.

Bei der Junioren-Europameisterschaft, bei der zum ersten Mal das neue Regelwerk angewendet wurde, konnte verstärkt wahrgenommen werden, dass der banknahe Aussen bei Abschluss oder Ballverlust für den Torwart ausgewechselt wurde. Diese Beobachtung führt zu dem Schluss, dass dieser Spieler auch direkt hätte als Torwart markiert werden können. Dies beinhaltet jedoch einen Vor- und einen Nachteil, die es gegeneinander aufzuwiegen gilt. Der Vorteil einer Markierung eines Spielers als Torwart gibt diesem die Möglichkeit bei einem plötzlichen Ballverlust, bei dem ein Rückwechsel kaum möglich ist, in den Torraum zurückzulaufen. Dies ist, wenn kein Spieler markiert ist, keinem Spieler gestattet. Jedoch kann, wenn ein Spieler markiert ist, gegebenenfalls beobachtet werden, dass dieser Spieler nicht mit letzter Konsequenz den eigenen Abschluss sucht, weil dies sein Rückwechseln erschweren würde. Eine entsprechende Taktik wird von abwehrenden Mannschaften häufig angewendet, indem dem markierten Spieler im Wissen seines erschwerten Rückwechselns nur eingeschränkte Aufmerksamkeit gewidmet wird, was die nummerische Überzahl häufig wieder relativiert. Diesbezüglich erwartet der Autor Hornkohl (2006), dass der zusätzliche Feldspieler eigene Torgefahr ausstrahlt, bereit ist eigene Wurfchancen zu nutzen und auch in die Nahwurfzone durchbricht


     6        Methodenkritik


Hein (1993) schlägt die qualitative Spielbeobachtung als Ergänzung zur quantitativen Spielbeobachtung vor. Dieser Ansatz liegt auch der vorliegenden Arbeit zu Grunde.

Eine sehr bedeutsame Frage ist, ob die methodische Herangehensweise, die von allen Autoren gewählt wurde, überhaupt sinnvoll ist. Alle Autoren vergleichen die 6:6 Angriffsquote aller Saisonspiele mit der Quote des 7:6 Angriffs. Berücksichtigt man aber die Tatsache, dass der zusätzliche Feldspieler zumeist in Rückstand, also schwierigen Spielen mit eher stärkeren Gegnern eingesetzt wird, so kann unter Umständen erwartet werden, dass diese Quote bei gewonnenen Spielen besser wäre. Hier findet diese Taktik bisher aber kaum Anwendung. Dies kann ebenfalls mit der zugrunde liegenden Idee erklärt werden, dass der zusätzliche Feldspieler häufig eingewechselt wird, um einen Nachteil in individueller Leistungsfähigkeit durch eine mannschaftstaktische Maßnahme auszugleichen (Klett, 2014, siehe dazu auch die nachfolgende Abbildung). Ebenfalls wäre es interessant zu beobachten, welchen Einfluss die Einwechslung eines zusätzlichen Feldspielers auch bei eigener Führung auf die Angriffseffektivität von Mannschaften mit erhöhter individueller Klasse hätte.


 Abb. 11: Methoden des Taktiktrainings (Brack, 2008)


Eine weitere methodische Schwäche einiger Arbeiten ist auch die Tatsache, dass die 7:6 Quote, die ausschließlich eine Quote des Positionsangriffs darstellt, mit der Quote aus dem 6:6 Angriff verglichen wird, in die jedoch auch Tempospiel-Tore inkludiert sind. Berücksichtigt man also, dass der Einsatz des 7. Feldspielers zumeist in schwierigen Spielen erfolgt und den Vergleich mit der 6:6 Quote, die auch die Tempospiel-Tore und die darin im Allgemeinen enthaltene höhere Quote beinhaltet, so wäre bei Herausrechnung dieser beiden Faktoren sicher ein größerer Unterschied zu dieser dann um die Tempospiel-Tore bereinigten 6:6 Quote und der 7:6 Quote zu verzeichnen. Methodisch und statistisch erschwerend wäre dabei allerdings, die dann erneut verringerte Fallzahl, die das Auftreten von signifikanten Ergebnissen weniger wahrscheinlich macht.         

An der bislang umfangreichsten Arbeit von Klett (2014) ist zu bemängeln, dass er die Angriffseffektivität des 7. Feldspielers über 5 ½ Jahre auswertet, die Anzahl an Gegentoren durch Empty-Net Gegentreffer aber lediglich auf die Hinrunde 2013/2014 beschränkt. Möglicherweise wäre es unter Berücksichtigung von 5 ½ Saisons auch hier zu einer signifikant erhöhten Konterquote durch Empty-Net Treffer des Gegners gekommen, die die signifikante Wirksamkeit des 7. Feldspielers reduziert oder aufgehoben hätte.

Ebenfalls ist für alle Untersuchungen kritisch anzumerken, dass nie ausgewertet wurde, wie viele Zeitstrafen des Gegners, als positiver Sekundäreffekt, aus der Einwechselung des 7. Feldspielers resultierten. Häufig wird der 7. Feldspieler nach erfolgter Zeitstrafe für die Abwehr wieder ausgewechselt und fliesst daher nicht in die Bewertung dieses Angriffs ein.

Basierend auf den Überlegungen von Kelle (2005) wurden die vorliegenden Grundüberlegungen und Hypothesen auf Grundlage von qualitativen Überlegungen aufgestellt, um sie dann mit quantitativem Datenmaterial zu verifizieren oder falsifizieren. Jedoch muss hier berücksichtigt werden, dass aufgrund der “Einmaligkeit, Nicht-Wiederholbarkeit und Nicht-Standardisierbarkeit des Wettspiels” (Hohmann & Lames, 2005, S. 385) die quantitativ gewonnenen Daten auch immer unter Berücksichtigung der vorher genannten qualitativen Merkmale (wie Spielstand, Gegnerstärke, Spieldauer..) betrachtet werden sollten.

           7 Forschungsdesiderata/ Ausblick


Für die Anwendung des zusätzlichen Feldspielers wäre es wünschenswert, wenn sich die taktische Handlungsfähigkeit, so verbessern ließe, dass im Sinne von Wenn-Dann Entscheidungen die Handlungsregulation aus den Bereichen der Wahrnehmungs-, Antizipations- und Entscheidungsfähigkeit immer stärker Richtung Fertigkeiten automatisierter Handlungsprogramme ohne bewusste Steuerungsvorgänge verschieben lassen würde (Brack, 2005). Gerade Ballverluste und Gegentore ins leere Tor beruhen fast ausschließlich auf Ballverlusten nach falschen taktischen Entscheidungen. Deshalb sollte gerade diesen Spielsituationen im Training eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden (Brack & Bauer, 2012) und auch die Spieler verstärkt in die qualitative Analyse, inklusive Nachgespräch und Videoanalysen des zusätzlichen Feldspielers involviert werden.

Ein entsprechendes Vorgehen wurde von Dreckmann & Görsdorf (2009) vorgeschlagen. Es sieht eine informationelle Kopplung von Training und Wettkampf vor, indem die Echtzeitanalysen von Wettkämpfen sowie anschließende qualitative Hauptanalysen und Nachgespräche sowie Videotraining wiederum in die Konzeption des Trainings einfließen. Diese Ergebnisse und Beobachtungen werden im Vorgespräch auf die Wettkampf-Situation bezogen.

Abb. 12: Interventionsmodell zur informationellen Kopplung von Training und Wettkampf (Dreckmann & Görsdorf, 2009)


Zu beobachten wird ebenfalls sein, welche Konsequenzen das veränderte Regelwerk bezüglich des zusätzlichen Feldspielers nach sich ziehen wird. Wie im Eishockey muss ein zusätzlich eingewechselter Feldspieler dann nicht mehr als Torwart markiert werden. Dies eröffnet die Möglichkeit, nach, vor oder während des Torabschlusses für einen Spieler, der nah dem eigenen Auswechselraum ist, mit dem eigentlichen Torwart zu wechseln. Die taktische Wahl, welcher Spieler auf welcher Spielposition mit der Torhütertrikotfarbe markiert wird, erübrigt sich dann also. Dies vereinfacht zwar das Zurückwechseln, jedoch birgt es auch die Gefahr, dass wenn der der Auswechselbank am nächsten positionierte Spieler wechselt, dieser gegebenfalls eine wichtige Abwehrposition bekleidet und diese dann sehr schnell von einem anderen Spieler besetzt werden muss oder sogar mehrere Spieler ihre Deckungsposition wechseln müssen.

Es wäre für weitergehende Studien wünschenswert, wenn durch den zusätzlichen Feldspieler resultierende Zeitstrafen für beide Teams, zum Beispiel durch Fouls der abwehrenden Mannschaft oder Wechselfehler der angreifenden Mannschaft statistisch erfasst werden würden. Gleiches gilt, wenn der zusätzliche Feldspieler zum Zurücklaufen ins Tor gezwungen wird, da hier von einer verminderten Abwehreffektivität ausgegangen werden kann, die in den Analysen aller bisherigen Autoren keine Berücksichtigung fand. Interessant wäre ebenfalls auszuwerten, ob die Herstellung einer 7:5 Feldspieler-Überzahl signifikante Verbesserungen gegenüber dem 6:6 oder auch 6:5 Angriffsspiel zur Folge hätte. Basierend darauf bietet der zusätzliche Feldspieler besonders unter Berücksichtigung der neuen Regeln sowohl für den praktischen Einsatz, als auch für wissenschaftliche Bertrachtungen noch einige Möglichkeiten für weitergehende Forschung.


Literaturverzeichnis

Bachmann, P.: Replace the goalkeeper by an additional player. EHF Master Thesis. Hilterfingen, 2014

Bauer, J.: Der Torwart im Hallenhandball – reiner “Torwächter“ oder verschenkter Angreifer? Analysen zu taktischen Möglichkeiten des Torwarts für das Angriffsspiel in der 1. Handball-Bundesliga. Norderstedt: Books on Demand, 2010

Beaudoin, D. & Swartz, T.B.: Strategies for Pulling the Goalie in Hockey. The American Statistician 64 (3), 197-204, 2010

Bierschwale, J. & von Gehren, S.: Der Torwart als siebter Feldspieler – ein Schachzug der Vergangenheit? Handballtraining 24 (1), 19-22, 2002

Brack, R.: Coaching. In A. Homann, M. Kolb & K. Roth (Hrsg.), Handbuch Sportspiel (S. 365-375). Hofmann: Schorndorf, 2005

Brack, R.: Kreatives Spielen ohne klassischen Außen. Handballtraining 30 (8), 4-15, 2008

Brack, R. & Bauer, J.: Visions on Handball. Efficiency of numerical superiority and inferiority as a future indicator of success in handball. Abgerufen am 12.4.2016 unter http://activities.eurohandball.com/download/?reason=ehfcanFile&id=1206. 2012

Burkowski, T.: Das Überzahlspiel durch den siebten Feldspieler im Handballsport – ein vielversprechendes taktisches Mittel oder zu risikoreich? Bachelorarbeit. Deutsche Sporthochschule Köln, 2013

Davis, N. & Lopez, M.: NHL Coaches Are Pulling Their Goalies Earlier Than Ever. Abgerufen am 26.03.2016 unter http://fivethirtyeight.com/features/nhl-coaches-are-pulling-goalies-earlier-than-ever/  2015
De Hoog, M.: Waarom het Duitse voetbalelftal overweegt zonder keeper te gaan spelen. Abgerufen am 27.03.2016 unter https://decorrespondent.nl/3883/Waarom-het-Duitse-voetbalelftal-overweegt-zonder-keeper-te-gaan-spelen/342900604695-7dfe7ed1 2016

Dreckmann, C. & Görsdorf, K.: Qualitative Spielbeobachtung 2.0. Ein qualitativ-evaluatives Verfahren zur Verbesserung der Kommunikationsbedingungen im Handball unter dem Fokus der Generierung optimaler Vermittlungsstrategien für taktische Informationen und einer Wirksamkeitsüberprüfung der Methode. Dissertation. Universität Augsburg, 2009

Erkut, E.: Note: More on Morrison and Wheat`s “Pulling the goalie revisited“. Interfaces 17. 121-123, 1987

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Hein, T.: Qualitative, handlungsorientierte und theoriegeleitete Spielanalyse im Handball mit Hilfe des komplexen Informationssystems HanSy. In J. Perl (Hrsg.), Sport und Informatik III (S. 135–144). Sport und Buch Strauß: Köln, 1993

Hohmann, A. & Lames, M., Trainings- und Wettspielanalyse. In A. Homann, M. Kolb & K. Roth (Hrsg.), Handbuch Sportspiel (S. 376-394). Hofmann: Schorndorf, 2005

Hohmann, A. & Wichmann, E.: Die DEL-Analyse - eine Methode zur Trainingswirkungsanalyse. Sportwissenschaft (2). 173–187, 2001

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Klett, S.: Taktische Innovation „7. Feldspieler“ - nummerische Überlegenheit als Erfolgsindikator im Handball?. Bachelorarbeit. Universität Stuttgart, 2014

Lames, M.: Systematische Spielbeobachtung. Münster: Philippka, 1994

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Morrison, D.G.: On the optimal time to pull the goalie: A Poisson model applied to a common strategy used in ice hockey. TIMS Studies in Management Sciences 4, 137-144, 1976

Morrison, D.G. & Wheat, R.D.: Misapplications reviews: Pulling the goalie revisited. Interfaces 16, 28-34, 1986

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Poker, N.: Torwart-Einbindung im Hallenfußball. Abgerufen am 1.4.2016 unter http://konzeptfussballberlin.de/2016/01/01/torwart-einbindung-im-hallenfussball/ 2016
Schramm, A.: Taktische Innovationen im Handball. Eine empirische Untersuchung des Über- und Unterzahlverhaltens im Angriffsspiel einer Handball-Bundesligamannschaft. Zulassungsarbeit. Universität Stuttgart, 2012

Späte, D.: Vabanquespiel oder taktisch kontrolliertes Risikospiel?. Handballtraining 30 (9/10), 34-41, 2008

Thiel, A. & Hecker, S.: Halten wie wir: von der Grundtechnik bis zur Perfektion im Handballtor. Ein Lehrbuch für Torwarte und ihre Trainer. Philippka: Münster, 1989

Trautmann, A.: Angriffsspiel ohne Torwart: Eine qualitative Analyse am Beispiel einer Handball-Bundesligamannschaft. Bachelorarbeit. Universität Stuttgart, 2014

Trosse, H.: Handbuch für Handball. Meyer & Meyer: Aachen, 2001

Washburn, A.: Still more on pulling the goalie. Interfaces 21, 59-64, 1991

Zaman, Z.: Coach Markov Pulls Goalie Poisson. Chance 14 (2), 31-35, 2001

Zweig, E.: Art Ross: The Hockey Legend Who Build The Bruins. Dundurn Press: Toronto, 2015

 



                 Anhang

Deskritive Statistiken und Inferenzstatistiken (Chi-Quadrat) zu den Ergebnissen

Tabelle A1. Zusammenfassung der Fallverarbeitung für die Hinrunde 2013/2014 (Klett, 2014)


Fälle
Gültig
Fehlend
Gesamtsumme
H
Prozent
H
Prozent
H
Prozent
TW-
Auswechslung * Torerfolg

572

100,0%

0

0,0%

572

100,0%

Tabelle A2. Kreuztabelle mit Torwartauswechslung und Torerfolg der Hinrunde 2013/2014 (Klett, 2014)


Torerfolg

Gesamtsumme
Nein
Ja
TW-
Nein
Anzahl
% in TW- Auswechslung
138
91
229
Auswechslung
60,3%
39,7%
100,0%

Ja
Anzahl
% in TW- Auswechslung
150
193
343

43,7%
56,3%
100,0%
Gesamtsumme

Anzahl
288
284
572


% in TW- Auswechslung
50,3%
49,7%
100,0%

 Tabelle A3. Kreuztabelle mit Erwartungswerten und Standardresiduen der Hinrunde 2013/2014 (Klett, 2014)


Torerfolg
Gesamt- summe
Nein
Ja
TW-
Nein
Anzahl
Erwartete Anzahl Standardresiduum
138
91
229
Auswechslung
115,3
113,7
229,0

2,1
-2,1


Ja
Anzahl
Erwartete Anzahl Standardresiduum
150
193
343

172,7
170,3
343,0

-1,7
1,7

Gesamtsumme

Anzahl
288
284
572


Erwartete Anzahl
288,0
284,0
572,0

Tabelle A4. Chi-Quadrat-Test Hinrunde 2013/2014 (Klett, 2014)



Wert

df
Asymp. Sig. (zweiseitig)
Exakte Sig. (zweiseitig)
Exakte Sig. (einseitig)
Pearson-Chi- Quadrat
15,010a
1
,000


Kontinuitätskor- rekturb
14,356
1
,000


Likelihood- Quotient
15,092
1
,000


Exakter Test nach Fisher



,000
,000
Anzahl der gülti- gen Fälle
572




a 0 Zellen (0,0%) haben die erwartete Anzahl von weniger als 5. Die erwartete Mindestanzahl ist 113,70.
b Berechnung nur für eine 2x2-Tabelle


Tabelle A5. Zusammenfassung der Fallverarbeitung gegnerischer Konter Hinrunde 2013/2014 (Klett, 2014)


Fälle
Gültig
Fehlend
Gesamtsumme
H
Prozent
H
Prozent
H
Prozent
Tor leerstehend im Konter * Tor- erfolg

234

100,0%

0

0,0%

234

100,0%

Tabelle A6. Kreuztabelle gegnerische Konter und Torerfolg Hinrunde 2013/2014 (Klett, 2014)


Torerfolg
Gesamt- summe
kein Tor
Tor
Tor leerstehend
Nein
Anzahl
% in Tor leerstehend im Konter
56
129
185
im Konter
30,3%
69,7%
100,0%

Ja
Anzahl
% in Tor leerstehend im Konter
11
38
49

22,4%
77,6%
100,0%
Gesamtsumme

Anzahl
67
167
234


% in Tor leerstehend im Konter
28,6%
71,4%
100,0%

Tabelle A7. Kreuztabelle gegnerischer Konter und Torerfolg Hinrunde 2013/2014 mit Erwartungswerten und Standardresiduen (Klett, 2014)


Torerfolg
Gesamt- summe
kein Tor
Tor
Tor leerstehend
Nein
Anzahl
Erwartete Anzahl Standardresiduum
56
129
185
im Konter
53,0
132,0
185,0

,4
-,3


Ja
Anzahl
Erwartete Anzahl Standardresiduum
11
38
49

14,0
35,0
49,0

-,8
,5

Gesamtsumme

Anzahl
67
167
234


Erwartete Anzahl
67,0
167,0
234,0

Tabelle A8. Chi-Quadrat-Tests gegnerische Konter Hinrunde 2013/2014 (Klett, 2014)



Wert

df
Asymp. Sig. (zweiseitig)
Exakte Sig. (zweiseitig)
Exakte Sig. (einseitig)
Pearson-Chi- Quadrat
1,160c
1
,282


Kontinuitätskor- rekturd
,809
1
,369


Likelihood- Quotient
1,203
1
,273


Exakter Test nach Fisher



,374
,185
Anzahl der gülti- gen Fälle
234




c 0 Zellen (0,0%) haben die erwartete Anzahl von weniger als 5. Die erwartete Mindestanzahl ist 14,03.
d Berechnung nur für eine 2x2-Tabelle

Tabelle A9. Zusammenfassung der Fallverarbeitung Längsschnittanalyse 7. Feldspieler (Klett, 2014)


Fälle
Gültig
Fehlend
Gesamtsumme
H
Prozent
H
Prozent
H
Prozent
TW-
Auswechslung * Torerfolg

5903

100,0%

0

0,0%

5903

100,0%

Tabelle A10. Kreuztabelle TW-Auswechslung und Torerfolg Längsschnittanalyse 7. Feldspieler (Klett, 2014)



Torerfolg
Gesamt- summe
Nein
Ja
TW-
Nein
Anzahl
%        in       TW- Auswechslung
2602
2281
4883
Auswechslung




53,3%
46,7%
100,0%

Ja
Anzahl
%        in       TW- Auswechslung
486
534
1020

47,6%
52,4%
100,0%
Gesamtsumme

Anzahl
3088
2815
5903


%        in       TW- Auswechslung

52,3%

47,7%

100,0%

Tabelle A11. Kreuztabelle TW-Auswechslung und Torerfolg Längsschnittanalyse 7. Feldspieler mit erwarteten Häufigkeiten und Standardresiduen (Klett, 2014)


Torerfolg
Gesamt samt-
summe

Nein

Ja
TW-
Nein
Anzahl
Erwartete Anzahl Standardresiduum
2602
2281
4883
Auswechslung
2554,4
2328,6
4883,0

,9
-1,0


Ja
Anzahl
Erwartete Anzahl Standardresiduum
486
534
1020

533,6
486,4
1020,0

-2,1
2,2

Gesamtsumme

Anzahl
3088
2815
5903


Erwartete Anzahl
3088,0
2815,0
5903,0

 Tabelle A12. Chi-Quadrat-Test Längsschnittanalyse 7. Feldspieler (Klett, 2014)



Wert

df
Asymp. Sig. (zweiseitig)
Exakte Sig. (zweiseitig)
Exakte Sig. (einseitig)
Pearson-Chi- Quadrat
10,758e

1

,001


Kontinuitätskor- rekturf
10,533
1
,001


Likelihood- Quotient
10,747
1
,001


Exakter         Test nach Fisher



,001
,001
Anzahl der gül- tigen Fälle
5903





e 0 Zellen (0,0%) haben die erwartete Anzahl von weniger als 5. Die erwartete Mindestanzahl ist 486,41.


f Berechnung nur für eine 2x2-Tabelle